Von 101 auf 465

Das ist nicht etwa der Anstieg der Infizierten Corona-Fälle in irgendeiner Region. Es ist der neue Countdown für mein Lebensziel – meine erste Triathlon Langdistanz.

Als vor ein paar Wochen die Lawine um den Corona Virus los ging, waren wir alle noch guter Dinge, dass die Krise schnell überstanden sein würde. Die Zahlen aus Italien und Spanien haben aber schnell vermuten lassen, dass es etwas langwieriger wird. Durch mein Studium habe ich einige Kenntnisse über Bakterien und Viren, wie sie sich ausbreiten und wie das Wachstum funktioniert. Kurz: die Verläufe und Kurven sind mir ein Begriff. Dadurch war mir schnell klar, dass ich mich mit alternativen Szenarien auseinander setzen muss. Das habe ich getan und bereits in meinem letzten Blog behandelt. Als nun gestern die sehr emotionale Absage der Challenge Roth (https://www.youtube.com/watch?v=BBOWi4fZPKs) kam, hat es mich trotzdem kurzzeitig aus den Socken geworfen. Mein Gefühlslage war in etwa so: Stell dir vor du baust ein Haus und kurz vor dem Einzug reißt es dir jemand ein. Bis vor einigen Jahren konnte ich mir einen Start über die Langdistanz noch nicht vorstellen. Mit 18 Jahren wog ich 103 Kg und meinen ersten Halbmarathon bin ich in 2:09 Std. gelaufen. Man kann also mit gutem Gewissen sagen, dass ich dick und unsportlich war. Es wäre müßig jetzt noch mehr zu lamentieren, warum gerade für mich es so unglaublich schwierig ist, mich auf solche sportliche Ziele gewissenhaft und gesund vorzubereiten. Diese wenigen Sätze sollen euch nur vermitteln, warum mir das Erreichen dieses Ziels so viel bedeutet.

Ich habe meine Lebensplanung für das Jahr 2020 komplett auf diese Ziel ausgerichtet. Mein Studium sollte mit Abschluss der Bachelorarbeit spätestens Ende April/Anfang Mai abgeschlossen werden. In den Osterferien sollte ein Trainingslager auf Mallorca mir nochmal einen ordentlichen Schub sowohl mental als auch sportlich geben. Im Mai sollten Test-Wettkämpfe stattfinden bevor ich dann in einem letzten Trainingsblock den Feinschliff angegangen wäre. Nach der Challenge Roth sollte sich mein Leben dann wieder mehr auf das wahrscheinlich wichtigere im Leben konzentrieren. Berufliche Ziele und Planungen in Bezug auf Familie und Privatleben sollten voran getrieben werden. Da ich natürlich bestimmte Sachen eben nicht aufschieben kann, wird es natürlich nicht einfacher das Ziel (für mich zufriedenstellend) ein Jahr später zu erreichen. Das Jahr 2020 wird nach meiner aktuellen Einschätzung in vielerlei Hinsicht quasi nicht stattfinden. Ich hoffe, dass die Jahre, die ich mir durch den Sport erarbeitet habe, das Jahr, was mir jetzt durch die Pandemie genommen wird, ausgleichen kann.

Die Verschiebung auf 2021 war und ist alternativlos. Schwimmen kann man für die nächsten Wochen sowieso nicht und es ist sehr fraglich, ob dieses Jahr überhaupt noch Sportveranstaltungen stattfinden können. Wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, wird einem schnell klar, dass das erst geht wenn die Pandemie im Griff ist. D.h. konkret Impfstoff verfügbar oder genug Immunität der Bevölkerung durch Infektion. Allein schon um wieder in Schwimmform zu kommen und mein persönlich gestecktes Ziel zu erreichen ist eine Verschiebung notwendig. Das Projekt endet nicht, es startet nicht neu, es wird nur verlängert. Hoffentlich wird es kein Berliner Flughafen. Triathlon ist meine Leidenschaft geworden. Gerade auf den längeren Distanzen ist das auch ohne Leidenschaft kaum möglich, weil einem eine gewisse Fähigkeit zu leiden abverlangt wird. Die aktuelle Situation ist also auch eine Form von Training. Es ist die Förderung der Leidensfähigkeit, der Geduld und somit auch der Ausdauer.

Am Schluss diese Blog möchte ich mich noch kurz dem Thema Solidarität widmen. Bei jeder Absage eines Veranstalters einer Reise oder einer Veranstaltung hat man Anspruch auf Rückzahlung der bezahlten Gebühren. Uns allen muss bewusst sein, dass diese Veranstalter zur Zeit keine Einnahmen aber laufende Kosten haben. Somit muss uns auch allen klar sein, dass dieser Veranstalter eventuell an der Krise kaputt geht, wenn jeder komplett alles zurück verlangt. Natürlich kann sich nicht jeder erlauben auf die Rückzahlung zu verzichten. Vielleicht gerät man selbst in finanzielle Not durch die aktuelle Krise. Jeder sollte gut in sich hinein hören, ob er nicht doch auf ein paar Euro verzichten kann um damit vielleicht einen Veranstalter durch die Krise zu retten, dass man auch künftig noch deren Leistungen wahrnehmen kann. Ich habe zwar kein geregeltes Einkommen und die Verschiebung des Rennens zwingt auch mich dazu nochmal meinen Finanzplan durchzurechnen. Aber auch ich habe auf einen Teil der Rückerstattung meines Trainingslagers und meiner Startgebühr von Roth verzichtet, weil ich gerne im nächsten Jahr noch deren Leistungen in Anspruch nehmen möchte.

Wie geht es jetzt weiter? Sport wird weiter gemacht! Aber ich werde natürlich das Training anpassen. Daher werde ich auch erstmal schauen, wie sich die Sache für mich selbst entwickelt, bevor ich euch wieder davon berichte. Aber euch wird sicher nicht langweilig, denn gefühlt gibt es aktuell noch viel mehr Inhalte im Netz als sonst. Deswegen möchte ich mich auch bei euch nochmal bedanken, dass ihr bis hierhin gelesen habt und mich somit auf meinem Weg, der jetzt noch länger ist, begleitet.

Bleibt gesund. Ich freu mich wenn ich euch bald wieder mit nehmen kann auf meinen Weg zur Challenge Roth 2021.

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