Ich bin bereit!

900 km seit 1. Juni – ein Monat der persönlichen Rekorde. Die letzten Meilensteine der Vorbereitung sind erreicht. Jetzt wird gezielt erholt für „Chris radelt hoam“

So sah das Wetter der letzten zwei Wochen nicht immer aus

Knapp 450 km in der ersten Juni Woche – 203km allein davon vergangenen Sonntag durchs Erdinger Moos. Die Wettervorhersage war alles andere als rosig als am 7. Juni der Wecker um 7:15 Uhr klingelte. Jedoch sollte der Regen erst gegen 13-14 Uhr beginnen. Also noch schnell gefrühstückt und die letzten Vorbereitungen getroffen und um 8:30 ging es dann ab aufs Rad. Die erste Runde führte mich durchs Erdinger Moos mit dem Speichersee als südlichsten Punkt über 103 km wieder zu meiner Wohnung. Erste Pause: Trinkflaschen wechseln, noch eine Kleinigkeit essen – Regenradar checken! Ok es geht bald wirklich los mit dem Dauerregen. Da es im Erdinger Moos wohl am längsten dauern sollte, bis die Regenfront eintrifft, hatte ich beschlossen noch mal die Runde zu fahren. Kurz vor der Weiterfahrt stellte ich fest, dass der Radcomputer nur noch bei 46% Akkuladestand war. Der dunkle Tag sorgte dafür, dass er ständig in den Nachtmodus wechselte. Erhöhter Stromverbrauch – das hatte ich nicht auf dem Schirm. Also nochmal schnell die Powerbank und das Ladekabel geholt und dann ab auf den Sattel und so lange wie möglich im Trockenen fahren. Als dann kurz vorm Speichersee der Regen los ging, war der Akku vom Radcomputer schwach. Also Schutz in einer Bushaltestelle gesucht und den Radcomputer an die Powerbank angeschlossen. Während der „technisch“ bedingten Pause nahm ich nochmal feste Nahrung zu mir und verschaffte mir einen Überblick über die restliche Tour: 167 km absolviert, noch knapp 36 vor mir. Ein Ende des Regens war nicht in Sicht. Also Augen zu und durch – und ab gehts nach Hause. Die Regenjacke schützte meinen Torso. Jedoch wurden Finger und Füße immer kälter durch den kalten Regen. Am Ende fiel es mir schwer zu schalten, weil ich kaum noch Gefühl in den Fingern hatte. Die letzten zwei Stunden meiner Fahrt waren mehr Willens- als körperliche Leistung. Das wird mir bei der Tour helfen.

zwei Runden durch das Erdinger Moos

Neue Woche neues Glück! Fehlanzeige! Die ersten drei Tage der neuen Woche habe ich mein Training komplett in die eigenen vier Wände verlegt. Auch knapp drei Stunden auf dem Smart-trainer können zu Mentalitätsprüfung werden. Fronleichnam: Licht am Ende des Tunnels. Das Training auf den Nachmittag gelegt um endlich wieder im Trockenen draußen zu fahren. Als ich am Freitag die Vorhersage fürs Wochenende überprüfte, wurde es mir wieder ganz anders. 220 km – wieder im Regen? Theresa und ich haben umgeplant und die lange Tour auf Samstag vorgezogen – weise Entscheidung!

Samstag 13.06. strahlender Sonnenschein – nahezu perfekte Bedingungen für eine „geile“ Tour. Mein Ziel: einmal München umrunden von Freising aus. Um 9 Uhr ging es los – im Uhrzeigersinn. Zwischen Flughafen und Erding gen Süden zum Speichersee und dann in Richtung Aying. Bei Anzing dann der erste Dämpfer: eine Straße vollgesperrt für wenige Meter wegen einer Baustelle. Da ich nicht groß umfahren wollte, hatte ich mein Rad einfach durch die Baustelle getragen. In Otterfing kam dann direkt an der Strecke ein Getränkemarkt. Die Flaschen waren leer also schnell rein – stilles Wasser gekauft und Iso-pulver rein. Da sich die Beine gut anfühlten, ging es ohne große Pause direkt weiter durchs Oberland. Bei Wolfratshausen ging es dann über Serpentinen eine steile Anhöhe hoch und immer wieder ein schöner Blick auf die Alpen mit schneebedeckten Bergen. Es lief einfach so gut, dass ich weiter wollte. Danach ging hinab zum Starnbergersee. Das gute Wetter hatte nicht nur mir in die Karten gespielt – viele zog es wohl auch ans Wasser. Daher war in Starnberg richtig viel los. Ein wesentlicher Grund einfach weiter zu fahren. Am Wörthsee war genau das gleiche Schauspiel. Außer langsam fahrende Autofahrer, die vergeblich auf Parkplatzsuche waren und mich ausbremsten, gab es kein Grund für eine Pause. Kurz nach dem Wörthsee war dann mal wieder eine Straße komplett wegen Baustelle gesperrt. Leider war eine größere Umfahrung unumgänglich. Also erstmal Pause im Schatten gemacht, den Radcomputer laden und checken, wie ich jetzt am besten weiter fahre. Ach ja die Flaschen waren nach der Pause auch leer. Die Umfahrung führte mich auf einer stärker befahrenen Straßen parallel zur A96 in Richtung Inning a. Ammersee zu einer Bundestraße – Jackpot für einen Radfahrer – NICHT. Immerhin nach wenigen Metern kam eine Tankstelle. Schnell noch 3 Liter Getränke gekauft, 1,5 Liter Eisteeschorle in die Trinkflaschen gefüllt, den Rest getrunken und weiter ging es. Nachdem ich die Umfahrung hinter mir hatte, war ich wieder auf deutlich ruhigen Straßen unterwegs. Doch da kam die nächste Vollsperrung: diesmal wieder – wie in Anzing – nur für wenige Meter. Also wieder das gleiche Spiel; Rad durch die Baustelle tragen und weiter ging die Fahrt. Die Leistung meines Radcomputer ließ nach, weswegen ich ständig mal falsch abgebogen bin und wieder umkehren musste. Ein paar extra Meter, die durch die Umfahrung sowieso schon dazu kamen, die ich mir gern gespart hätte. Aber was solls: am 27.06. fahre ich ja sowieso knapp 400 km. Da schaden ein paar extra Meter in der Vorbereitung sicher nichts. Der letzte Streckenabschnitt führte mich dann an Fürstenfeldbruck und Dachau vorbei. Ziemlich genau bei Dachau ging mir dann auch die Verpflegung aus. Noch knapp 30 km bis nach Hause – aber weder Tanke noch ein geöffneter Laden waren in Sicht. Also Zähne zusammen beißen und treten. Am Ende waren es dann 232 km statt der geplanten 220 km. Mit besserer Verpflegung, wäre es sicher auch möglich gewesen weiter zu fahren.

Einmal um München

Ich bin bereit für „Chris radelt hoam“ !

Bis zur Tour wird jetzt nur noch „getapert“ also gezielt das Training zurück gefahren um am Tag der Tour topfit am Start zu stehen.

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