Marathon Rennbericht

Es ist der 3.10.2020 – 30 Jahre nach der Wiedervereinigung – Morgens 5:45 als mein Wecker klingelt. Ich stehe auf und richte mein traditionelles Rennfrühstück: zwei helle Brötchen mit Honig und Marmelade dazu ein Kaffee mit etwas Milch. Anschließend richte ich die Rennverpflegung und mache eine Mobilisation des ganzen Körpers.

Rennverpflegung

Die Rennverpflegung besteht aus 8 Gels, einer Wasserflasche, zweier Iso Flaschen und einer Wasserflasche als Reserve. Dazu habe ich ein paar Salzkapseln um den Salzverlust über den Schweiß auszugleichen.

Um 8:30 geht es vor die Tür, um mich etwas warm zu laufen: ein paar Lauf – ABC Übungen und drei Steigerung sollten reichen. Danach gehe ich zum Startpunkt, der ungefähr 500 m von unserer Haustür entfernt ist. Begleitet werde ich heute durch Jessi, die mir Verpflegung anreicht, Fotos macht und meine mentale Stütze ist.

kurz vor dem Start

Ich gehe in meinem Triathlonanzug an den Start. Was heute funktioniert, funktioniert auch nächstes Jahr in Roth. Pünktlich um 9:00 Uhr starte ich meine Uhr und es geht los. Bei km 2,5 nehme ich etwas Wasser zu mir, um einer Dehydrierung früh entgegen zu wirken. Bei km 5 gibt es dann auch das erste Energiegel. Nach ungefähr 6 km erreiche ich die Wendepunkt Strecke, die ich heute mehrmals laufen werde, um auf die erforderlichen Kilometer zu kommen. Die Strecke hatte ich zuvor so geplant, dass sie möglichst flach ist. Ganz kontrolliert bewege ich mich immer in einem Kilometerschnitt von 4:55 und 4:59 min/km. Die 10 km Marke passiere ich nach 49:34 Minuten. Da belohne ich mich direkt mit dem zweiten Gel. Der Lauf dauert etwas mehr als eine Stunde als ich bei km 12,5 die erste Salzkapsel mit etwas Wasser zu mir nehme. Die Wendepunktstrecke ist exponiert: mal habe ich Rücken- mal Gegenwind. Mit Rückenwind komme ich ins Schwitzen, weil die Luft gefühlt steht. Der Gegenwind kühlt zwar, bremst aber auch etwas. Kilometer für Kilometer spule ich mein Programm ab: immer zwischen 4:55 und 4:59 min/km alle 2,5 km ein Schluck aus der Flasche und alle 5 km ein Gel. Bei km 17,5 wechsle ich von der Wasserflasche auf die erste Isoflasche. Alles läuft nach Plan. Den Halbmarathon passiere ich nach 1:44:25 Stunde. Im Rückenwind wird es mir so warm, dass ich mir Wasser über den Kopf gieße – der Puls steigt. Kurz vor der Wende nach km 29 merke ich, dass es mir schwerfällt das Tempo weiterhin aufrecht zu halten. Die folgenden zwei Kilometer waren leicht über der anvisierten Geschwindigkeit. Ich beginne zu rechnen: wie viel darf ich bis zum Ziel verlieren, dass ich noch unter 3:30 Std bleibe?

Verpflegung während des Laufs

Dann knallte es. Vom einen auf den anderen Schnitt schmerzten meine Oberschenkel so schwer, dass ich kaum noch laufen konnte. Km 32 und 33 lief ich noch deutlich unter 6:00 min/km. Danach konnte ich kaum noch laufen. Es war nur noch ein Kampf gegen mich selbst. Gehpausen zur Getränkeaufnahme und dann irgendwie weiter. Es wurde stürmisch. Meine Kappe flog mir fast vom Kopf – eine richtige Untergangsstimmung. Ich war auf dem Rückweg zum Startpunkt. Dort angekommen musste ich nochmal 700 Meter hin und zurück laufen um auf 42,2 km zu kommen. Als es nach der letzten Wende nur noch geradeaus ging, versuchte ich nochmal alles zu mobilisieren um noch halbwegs schnelle Schritte zu machen. Aber nach wenigen Metern krampften die Beine noch mehr. Ich schleppte mich am Limit zur Marathonmarke und stoppte die Uhr bei 3:56:25 Std.

First things first: Neue persönliche Bestzeit! Die alte habe ich um 2 min geknackt. Bei weitem nicht, dass was ich heute erreichen wollte. Dennoch habe ich mein Mindestziel geschafft. 30 km in 2:28 Std: darauf lässt sich aufbauen.

Da lief alles noch nach Plan

„Woran hats gelegen?“ Bereits einige Wochen zuvor stellte mein Physio Patrick Defizite in den hinteren Oberschenkel fest. Dadurch muss der vordere mehr arbeiten. Das geht vielleicht bei einem Halbmarathon gut aber nicht bei der doppelten Distanz. Auch die Pace war vielleicht für die aktuelle Form etwas zu ambitioniert gewählt. Jetzt erstmal Saisonpause und den Kopf frei bekommen. Danach probieren wir diese Defizite mit Krafttraining und höheren Laufumfängen zu beheben. In einem dreiviertel Jahr bis zur Challenge Roth ist da sicherlich einiges möglich.

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