Zurück zum Sport nach COVID

Im November war ich an COVID 19 erkrankt. Die Infektion hatte eine fast 7 wöchige Sportpause nach sich gezogen. Wie ich den Weg zurück zum Sport angegangen bin, was ich dabei beachtet habe und wie es sich angefühlt hat, lest ihr in diesem Beitrag.

Ein kleiner Rückblick: im Sommer entschied ich mich aus mehreren Gründen zur Covid Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Als Ende Oktober erste Stimmen laut wurden, dass der Impfschutz schneller nachlässt als bei den anderen Impfstoffen, befasste ich mich mit einer Auffrischimpfung, die bis zu diesem Zeitpunkt noch keine STIKO Empfehlung hatte. Ende Oktober infizierte ich mich dann auf einer privaten Party mit der Delta Variante. Nur zwei Tage nach der Infektion bekam ich Kratzen im Hals (1.11.). Als es mir dann zwei Tage später deutlich schlechter ging und ich eine stark laufende Nase bekam, war mir schnell klar, dass ich mich krankmelden muss. Noch am Abend gegen 17:30 Uhr schlug dann meine Corona Warnapp Alarm „Risikobegegnung 30.10.“. Das war der Tag, an dem ich auf der Party war. Da ich an diesem Tag zu keinen weiteren Personen ohne Maske Kontakt hatte, war mir klar, dass es davon gekommen sein musste. Ich ging noch am gleichen Tag (3.11.) zum PCR Test, der dann auch positiv war. Da meine Probe sequenziert wurde, wusste ich dann auch wenig später, dass ich mich mit der Delta-Variante infiziert hatte. Die Variante, die für die meisten Impfdurchbrüche verantwortlich ist. In der Folgewoche kam dann die STIKO -Empfehlung die frühere Auffrischimpfung für Johnson & Johnson schon vier Wochen nach der Erstimpfung durchzuführen – für mich zu spät.

Zurück zu meinem Krankheitsverlauf: Ich hatte nur sehr milde Symptome. Eine laufende Nase, etwas Niesen und 2-3 Tage habe ich mich schlapp gefühlt. Fieber oder Geschmacksverlust hatte ich nicht. Ja sogar am 10.11. war ich wieder komplett symptomfrei. Nun begann ich mich damit zu befassen, wie und wann ich wieder zurück zum Sport finden kann. Dabei fand ich diesen Artikel vom Klinikum rechts der Isar in München: https://www.sport.mri.tum.de/de/sport-nach-covid-19.html

Zudem stieß ich noch auf einige Horrorstorys wie z.B. „22 Jähriger mit asymptomatischen Verlauf fällt 3 Wochen nach Infektion Tod beim Sport um“. Da war für mich schnell klar: ich gehe den Weg aus dem Artikel und begab mich in kompetente Hände. Gelandet bin ich bei der Sportmedizin München (Zeilberger/Meister), die auch Olympia-Athleten betreuen. Die Praxis hat einen guten Ruf in meinem Umfeld und Erfahrungen mit Athleten, die eine Covid Infektion hatten.

Zum Ablauf: 2 Wochen (24.11.) nach letztmaligen Symptomen wurde mir Blut abgenommen und auf verschiedene Merkmale untersucht, die auf eine innere Schädigung hinweisen. Eine Woche später war ich beim Herzultraschall bei der Kardiologie Herz im Zentrum, zu der ich hin überwiesen wurde. Nach insgesamt 4 Wochen Symptomfreiheit (8.12.) wurden dann alle Untersuchungen durchgeführt, die auch sonst bei einer sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden. Dabei wird u.a. die Lungenfunktion überprüft und ein Belastungs-EKG durchgeführt. Letzteres bedeutet komplette Ausbelastung auf einem Radergometer bis nichts mehr ging (bei mir max. Puls 184). Zudem wurde im Anschluss noch geschaut wie sich mein Herz in der Erholungsphase verhält. Bis dahin hatte ich kein Belastungs-EKG gemacht, was mich soweit ausbelastet hatte. Die Brustgurte bei einer Leistungsdiagnostik liefern da nicht die gleichen aussagekräftigen Werte wie es ein EKG tut und die Belastungs-EKGs bei meinen vorherigen Ärzten wurden deutlich früher „abgebrochen“, weil entweder der Ergometer nicht ausreichend Widerstand für meine Leistungsfähigkeit übrig hatte oder das Protokoll schlichtweg zu lange gedauert hätte und die netten ArzthelferInnen nach mehreren Minuten keine Motivation hatten, weiter zu messen. (Abbruch meist schon bei Puls 160)

Warum erzähle ich das vom Belastungs-EKG so genau? Leider war es die einzige Untersuchung bei der es Auffälligkeiten gab. In der Erholungsphase nach der Ausbelastung gab es Anzeichen einer ventrikulären Tachykardie (Herzrasen). Mir wurde dann ein Langzeit-EKG angelegt, was 24 Std misst, nochmals Blut abgenommen und nochmals eine Überweisung zum Kardiologen ausgestellt. Blut und Langzeit-EKG waren unauffällig, Der Kardiologe meinte, dass es keine spezifischere Untersuchungsmethode für diesen Fall gäbe als den Ultraschall, den er schon gemacht hat und der unauffällig war. Eine Myokarditis (Herzmzuskelentzündung) konnte er aber auf Grund des EKGs nicht komplett ausschließen. Er empfahl zunächst für 2 Monate wieder Sport im unteren Pulsbereich zu machen (GA1) und dann nochmal die Untersuchung durchzuführen, um zu sehen, ob das Problem noch da ist. Der Sportmediziner folgte diese Empfehlung, was auch darin begründet ist, dass die Ursache unklar ist. Da ich das Herzrasen selbst nicht wahrgenommen habe und vorher sowas nie aufgefallen ist, kann man auch nicht ausschließen, dass ich das vielleicht schon vorher hatte. Am 16.12. durfte ich dann nach 6,5 wöchiger Sportpause wieder mit dem Sport beginnen.

Mittlerweile liegen schon wieder mehr als 3 Trainingswochen her. Der Anfang war sehr beschwerlich: Ausdauer und Muskelkraft waren quasi weg. Um im empfohlenen Pulsbereich (<140) zu bleiben musste ich sehr langsam laufen, radeln und schwimmen. Ich hatte nach jeder Einheit erstmal Muskelkater – „HURRA Ich spüre mich wieder selbst“ waren meine Gedanken dazu. Es haben sich schon wieder erste Verbesserungen eingestellt. Muskelkater kommt hin und wieder noch beim Krafttraining. Die Ausdauer, die Kraft und die Geschwindigkeiten werden schon besser.

Am 8. Februar wird dann erneut geschaut, ob es die Anzeichen von Herzrasen noch gibt. So wie ich mich aktuell fühle, glaube ich fest daran, dass ich danach wieder „normal“ trainieren kann.

Ich freue mich, dass ihr bis hierhin gelesen habt. Wenn ihr Fragen habt, freue ich mich über den Austausch mit euch.

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