Master of Disaster?!

Vier verschiedene Wohnorte, jede Menge Reisen, Masterabschluss, Auszeit und viermal gesundheitlich eingeschränkt – so mein Jahr 2022 in der Kurzfassung.

Gefühlt habe ich dieses Jahr wieder so viel erlebt, dass man das gut und gerne auf mehrere Jahre verteilen könnte. Ich versuche neben dem Rückblick auch einen Einblick zu geben, warum ich die ein oder andere ungewöhnliche Abzweigung in 2022 gewählt habe und was daraus wurde.

Angefangen hat das Jahr denkbar bescheiden. Nach meinen Post-Covid Folgen durfte ich immer noch nur mit angezogener Handbremse trainieren und der Stand der Masterarbeit, war auch bei weitem nicht da, wo ich ihn in meinem Projektmanagement vorgesehen hatte. Die Rücklagen waren auch erschöpft. Zeit das Studium hinter sich zu lassen und endlich Geld zu verdienen.

Doch ich hatte einen anderen Plan. Rückblickend hatte die Coronakrise doch einen gewaltigen Einfluss auf mein Leben. Neben den Highlights mit „Chris radelt hoam“ oder meiner ersten Langdistanz beim Challenge Roth entschloss ich mich u.a. durch angespannten Arbeitsmarkt und Rothverschiebung zum Masterstudium. Zudem ging meine langjährige Beziehung in die Brüche. Den Fehler im Anschluss nicht in eine kleinere Wohnung zu ziehen, rauchte außerdem alle Rücklagen auf.

Ein leeres Konto, das mentale Loch nach Roth und die Covid-Geschichte brachte mich dem Burnout nahe. Wie soll ich meine Masterthesis schaffen? Fragte ich mich. Ich brauchte ein Ziel am Horizont. So beschloss ich mir eine Auszeit zu nehmen. Alles sollte am 30.4. zu Ende gehen. Die Wohnung wurde gekündigt, der Arbeitgeber informiert und der Projektplan der Masterarbeit entsprechend angepasst. Ohne Ziel wie es nach der Auszeit weitergehen sollte, war ich nicht lange. Mein Arbeitgeber machte mir das Angebot mich weiter zu beschäftigen und genehmigte mir die Auszeit bis Mitte Juli.

Meine Auszeit verbrachte ich aus mehreren Gründen bei meinen Eltern. Gestartet habe ich sie aber schon nach wenigen Tagen auf Mallorca zu einem Trainingslager-Urlaub. Leider brachte ich von dieser Reise einen Infekt mit, der mich dann eine Woche Training kostete. Die Auszeit verging durch „Quality Time“ mit Familie, Freunden, Bekannten und Reisen wie im Flug.

Gänzlich unbeschwert war die Auszeit nicht. Schließlich musste ich eine Bleibe suchen, um Mitte Juli meinen Job in München wieder antreten zu können. Es ergab sich die wunderbare Idee einer WG mit Niklas und David. Mangels Zeit konnten wir letztlich erst zum 1. Oktober eine Wohnung in München finden. Zum Glück ermöglichte es mir Dirk (der Vater von Niklas und David) bis dorthin bei ihnen in Kirchdorf a.d. Amper unter zu kommen. Sicherlich war das ein echter Glücksgriff bedeutete aber neben einem weiteren Umzug inkl. Eingewöhnungszeit auch einen deutlich längeren Pendelweg. Ich sage es ganz ehrlich in diesen zweieinhalb Monaten war ich nervlich mehrmals einem Zusammenbruch nahe, sodass die Erleichterung mir schon nach den ersten Nächten in der Münchner Wohnung deutlich anzusehen war.

Da es auch auf der Arbeit heiß her ging, konnte ich in der Zeit des Umzugs keinen Urlaub nehmen und halste mir – auch selbst ausgesucht – sehr viel auf. Ende Oktober war es endlich soweit und ich konnte eine Urlaubswoche nehmen. Unmittelbar nach dem Urlaub wurde ich krank. Schon das zweite Mal in diesem Jahr – für mich ungewöhnlich. Sportlich kam es gelegen, denn ich hatte Saisonpause. Doch auch diese ging zu Ende und ich stieg Ende November wieder vollmotiviert ins Training ein. Leider wurde ich schon am vierten Trainingstag erneut krank und dieses Mal erwischte es mich so heftig, dass ich drei Tage so gut wie nicht das Bett verlassen hatte. Dennoch war der Heilungsverlauf so zufriedenstellend, dass ich nach sieben sportlosen Tagen zumindest wieder locker einsteigen konnte. Eventuell hat auch die Gesamtbelastung in diesem Jahr meinen Körper mehrfach zu einer Zwangspause gezwungen. Die allgemeinen umher gehenden Krankheitswellen war dabei sicher nicht hilfreich.

Sportlich war das Jahr insgesamt mit keinem echten Kracher in den Ergebnissen, drei Wochen Krankheitspause und der Einschränkung (Postcovid) zu Jahresbeginn eher durchwachsen. Lichtblicke waren vor allem meine Schwimmleistungen. Sowohl in Roth als Staffelschwimmer als auch in Zell am See beim IM 70.3 konnte ich neue persönliche Bestleistungen zeigen. Für meine sportlichen Zielen in den kommenden Jahren benötige ich auf dem Rad auf jeden Fall mehr Trainingskontinuität als 2022 mir ermöglichte. Das Laufen, was sich zur Hassliebe entwickelte, stagnierte in diesem Jahr. Ja sogar zeigte ich bei meinen Saisonhighlights eher eine Verschlechterung als eine Verbesserung. Neben fehlender Trainingskilometer schaffte ich es auch noch nicht die Technik auf das gewünschte Niveau zu heben. Zuletzt habe ich mir nochmal Hilfe in Form eines Laufkurses geholt und mit Theresa nochmal meine Defizite analysiert. Es erfordert nun Disziplin die Übungen aus beidem umzusetzen und geduldig darauf zu warten, dass das wird.

Auch finanziell gibt es für das kommende Jahr Licht am Ende des Tunnels. Auch wenn vor kurzem mein Alltags-Rad den Geist aufgegeben hat und ich mich um Ersatz kümmern musste, werden Anfang des Jahres die Zahlen wieder „schwarz“ und ich kann neben Sparplänen umsetzen auch wieder Investitionen in meine Leidenschaft Triathlon tätigen.

Zusammenfassend wäre es aus finanzieller Sicht sicher klüger gewesen auf die Auszeit zu verzichten. Aber ohne die „Abzweigung“ Auszeit hätte ich die meisten anderen Wege wahrscheinlich so nicht gehen gekonnt. Neben meiner Zielstrebigkeit war es vor allem meine Familie und Freunde, die mich auf diesen ungewöhnlichen Wegen immer unterstützt haben und mir die nötige Sicherheit gegeben haben. Ohne Sie wäre das Jahr sicher nicht so ausgegangen. VIELEN DANK DAFÜR!

Es war ein aufregendes Jahr mit vielen Rückschlägen aber auch Gewinnen. Ob 2023 ruhig wird, das wage ich zu bezweifeln 😀

Ich freue mich, dass auch Ihr als Leser mich auf diesem Weg begleitet.

Ein frohes Fest und einen guten Rutsch wünsche ich euch.

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