Das Streben nach Glück – Teil 1

Dieser Film hat mich bereits als ich ihn das erste Mal gesehen habe berührt und inspiriert. Er handelt von der Lebensgeschichte des Unternehmers Chris Gardner. Er war in einer schweren Phase seines Lebens ein ganzes Jahr obdachlos und hat für sein Glück gekämpft und gewonnen. In diesem Blog soll es darum gehen, wie ich meinen ganz persönlichen Weg zum Glück gehe und gegangen bin. Da das aber den Rahmen eines Blogbeitrags sprengen würde, befasse ich mich in diesem Teil mit nur einem Aspekt: dem Geld.

Recherchen zufolge befinden wir uns irgendwann im Jahr 1998. Ich war also zu diesem Zeitpunkt 8 oder 9. Ich wollte damals unbedingt die Diesellok (siehe Bild) von LGB, die über 500 DM kostete. Doch ein Geschenk für ein 8-Jährigen zum Geburtstag oder Weihnachten für 500 DM wäre einfach überzogen gewesen, oder? Nach einigen Diskussionen mit meiner Mama wälzte ich das Telefonbuch – ja so etwas gab es damals – und rief bei einem Händler an. Ich fragte ihn, ob die Lok verfügbar sei und wie viel sie kosten würde. Ich hatte genug gespart und die Lok war verfügbar. So musste ich dem Ladenbesitzer nur erklären, dass ich meinen Vater noch überreden müsste mit mir dahin zu fahren, um sie abzuholen. Meine Mama war so überrascht, dass sie mich einfach nur dabei beobachtete, wie ich das Geschäft am Telefon abschloss. Das Ergebnis seht ihr auf dem Bild: meine erste größere Investition.

„Dieser Abschnitt meines Lebens, dieser klitzekleine Abschnitt, heißt: Praktikum.“ Als wäre ein Jugendlicher in der Pubertät nicht schon schwierig genug, befanden sich meine Eltern in dieser Phase meines Lebens in einer finanziell schwierigen Lage. So startete ich bereits mit 13 mit einem Nebenverdienst. Ich trug Prospekte und Zeitungen aus, bis ich 15 wurde. Dann konnte ich in den Ferien im elterlichen Betrieb mehr mit anpacken und freiwillige Praktika (Koch, Buchhaltung, Chemielabor) absolvieren. Klassische Ferien hatte ich so in den letzten 1-2 Jahren meiner Zeit auf der Realschule also nicht mehr. Aber es versetzte mich in die Lage nach meinem Moped Unfall mit 16, was ich mir übrigens von meinen Konfirmationsgeld zugelegt hatte, das kaputte schnell zu ersetzen. In dieser Zeit war ich bereits in meiner Ausbildung zum Chemielaborant. Ein Job, auf den ich damals richtig Bock hatte und zusätzlich auch noch eine gute Ausbildungsvergütung mit sich brachte. Zu meinem Glück konnte ich auch weiterhin „oben bei Mutti“ wohnen bleiben. Die Ausgaben einer Miete nicht zu haben, verschaffte mir bis zum Alter von 25 Jahren nicht nur die Möglichekeit ordentlich etwas beiseitezulegen, sondern auch viel Spaß zu haben. Neben einigen Reisen konnte ich mir dem Traum von einem VW Scirocco verwirklichen und mir später dann ein ordentliches Startkapital fürs Studium ansparen.

„Dieser Abschnitt meines Lebens, dieser klitzekleine Abschnitt, heißt: Laufen.“ Die Entscheidung zum Vollzeitstudium fiel mir so viel leichter. Ich konnte zu jederzeit im Studium meine freie Zeit zum Lernen nutzen, wie ich es gebraucht habe, weil ich durch das Ersparte nicht zu viel Zeit in Nebenjobs verbringen musste. Zeit war mir schon immer wichtiger als Geld oder Statussymbole. Bereits nach dem ersten Semester stellte ich fest, dass ich mein Auto nicht mehr brauchte. Sechs Jahre meinen damaligen Traumwagen zu fahren, waren dann auch genug und ich konnte das Geld gut gebrauchen, um mir freie Zeit zu ermöglichen. Die freie Zeit konnte ich neben dem Lernen auch für mich und meine Liebsten nutzen. Diese Zeit kann einem keiner nehmen.

Auch wenn es während dem Bachelorstudium doch die ein oder andere glückliche Fügung gab, so funktionierte der Finanzplan nur bis zum Abschluss. Die Arbeitsmarktsituation damals sowie die Verschiebung des Challenge Roth und damit verbundene Lebenstraumerfüllung vom Ironman-Finish bewegten mich zu der Entscheidung das Masterstudium noch dranzuhängen. Aber wie finanzieren? Mit einem Teilzeitjob, der sich gut ins Studium integrieren ließ, konnte ich von den übrigen Rücklagen das Studium finanzieren und mich dennoch hervorragend auf Roth vorbereiten.

„Dieser Teil, dieser kleine Teil meines Lebens heißt: Dummheit“. Doch manchmal spielt das Leben einem einen Streich. Mein langjährige Beziehung ging in die Brüche und auf einen Schlag musste ich die Wohnung allein finanzieren oder ausziehen. Es war nur noch ein Jahr bis zum Ende des Masters. Muss ich dafür wirklich nochmal umziehen?! Die Wohnung ist doch so toll und die Nachbarn so cool. Ich entschied mich in der Wohnung wohnen zu bleiben und mich auf die Suche nach einem Mitbewohner zu machen. Aus mehreren Gründen scheiterte dieses Unternehmen mehrfach. Bis ich das erkannte vergingen ungefähr sechs Monate. Am Ende biss ich mich durch und ließ mir dann doch zum ersten Mal in während meiner ganzen Studienzeit von außen finanziell unter die Arme greifen. Nebenbei erwähnt: Anspruch auf Bafög hatte ich wegen einem Riester geförderten Bausparvertrag nie. Da ich dann ab Oktober 2021 als Masterand in Vollzeit angestellt war, konnte ich mit enggeschnallten Gürtel das letzte halbe Jahr bis zum Masterabschluss mich irgendwie durchbeißen.

„Dieser Teil, dieser kleine Teil meines Lebens heißt: warten auf den Bus“ Ich hatte mental eine Menge zu schlucken: Trennung, Post-Covid, Finanzielle Schräglage, Leistung im Studium und im Job erbringen. So entschloss ich mir zu einer Auszeit. Die konnte ich dank einer vertraglichen Regelung mit einem Durchschnittsgehalt, was ich bis Ende 2022 bekam, ab finanzieren. Dies bedeutete aber auch, dass mein Einkommen doch sehr gering war für ein Leben in der teuersten Stadt Deutschlands. Ich bin das letzte halbe Jahr auf dem Zahnfleisch gegangen, weil es mich psychisch einfach sehr belastet hat. Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels. Ab diesem Monat bekomme ich wieder ein normales Gehalt, was mir nicht nur ein entspannteres Leben ermöglicht, sondern auch eines: ich kann wieder sparen.

„Dieser Abschnitt meines Lebens, dieser klitzekleine Abschnitt, heißt: Glückseligkeit.“ Auch wenn es sich aus finanzieller Sicht erst demnächst entspannt, so gibt es etwas noch viel wichtigeres als Geld. Es ist die Familie und die Menschen, die man als seine Familie bezeichnet: die engsten Freunde. U.a. darum soll es in meinem nächsten Blog gehen.

Fortsetzung folgt.

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